Nepal – Bergauf, bergab im Himalaya

Bevor wir uns mit dem Bus nach Pokhara aufmache, von wo wir zum Himalaya-Trekking aufbrechen, besuchen wir einige Tempel in Kathmandu, wie z.B. Swayambhunath (Affentempel), Pashupatinath (Opfertempel und Verbrennung verstorbener Angehöriger) und Boudhanath (tibetanisches Bier :)). Außerdem muss ich noch nützliche Dinge, wie Klopapier, Seife, Cookies und Khukri (einen nepalesischen Rum) einkaufen und noch mein Handy und die Kamera aufladen. Wer weiß, ob es Strom gibt.

Auf nach Pokhara, dem Vorhof zum Himalaya!

Am nächsten Morgen geht es früh los – mit dem öffentlichen Bus. Die Fahrt ist ein Abenteuer. Eines ohne funktionierende Klimaanlage. Zwar ist unser Bus einer der ersten, aber die Fahrt dauert 7 oder 8 Stunden und ist zum Teil recht unruhig. Ich bin froh als wir endlich in Pokhara ankommen und zum Hotel gefahren werden. Dort angekommen lasse ich alles von mir fallen und genehmige mir ein kleines Nickerchen. Am Abend spaziere ich zum Pewa See und bestelle Burger und Bier.

Am nächsten Tag fahre ich nach dem Frühstück mit einem geliehenen Moped hinauf zum Weltfriedenstempel. Der Weg ist zunächst ein wenig gefährlich, denn die Straßen sind stark befahren und immer mal wieder steht eine Kuh mitten auf der Straße. Anschließend geht es sehr steil bergauf und das Moped bekommt Probleme. Doch am Ende komme ich an und freue mich auf den Ausblick. Nur leider ist kaum etwas zu sehen. Pokhara und der Himalaya im Hintergrund liegen entweder hinter einer dicken Wolkendecke oder in einem dichten Nebelmeer.

Auf dem Weg zurück halte ich an einem Wasserfall, wo ich von einer großen indischen Familie um ein Foto gebeten werde. Auch das ist zunächst ein wenig merkwürdig, begegnet mir aber noch ein ums andere Mal auf meiner Reise. An meinem letzten Abend vor dem Trekking gehe ich früh ins Bett und freue mich immer mehr auf die schneebedeckten Gipfel der Achttausender.

Die ersten schweren Schritte

Wieder geht es früh los. Wieder ist leider kein Berg von Pokhara aus zu sehen. Nach ca. 45 Minuten sind wie in Pedhi. Auf 1.100 m startet das Trekking. Bei dem dichten Nebel sieht man kaum, wo man hingeht. Schließlich fängt es auch noch an zu regnen. Davon lassen wir und Guide Ganesh, uns aber nicht beeindrucken und stiefeln weiter die Stufen hoch.

Der Weg hinauf führt durch einige kleine Dörfer, Wälder und vorbei an Getreideterrassen. Zum Mittag gibt es, wie die kommenden Tage auch, Kartoffelroasty mit Ei, wahlweise aber auch Dahl Bad. Nachschlag ist garantiert! Beides sehr zu empfehlen! Nach einem letzten Anstieg und 6 Stunden durch den dichten Nebel kommen wir ein wenig durchnässt in unserer ersten Unterkunft an, der See You Lodge. Ganz hübsch, Essen ist gut und die Zimmer sind einfach, aber sauber und völlig okay. Ganesh meint, diese Unterkunft sei mit die einfachste der Tour. Eine Sorge weniger, denk ich mir!

 

Resham Firiri! Resham Firiri!

Auch am darauffolgenden Tag ist die Sicht noch bescheiden. Wir starten den Tag mit Müsli und Porridge und gehen gegen 9 Uhr los. Auf der Suche nach Bambus für einen guten Wanderstab habe ich erst einmal 5 Blutegel am Schuh und wir gehen schnell weiter.  Und dann geht sogar noch vor dem Mittagessen die Wolkendecke ein wenig auf und wir erhaschen einen Blick auf den weißen Gipfel des Annapurna Süd.

Nach einem steilen Abstieg kommen wir an ein paar Häusern vorbei, wo unter anderem Wanderstöcke verkauft werden. Ganesh verhandelt einen guten Preis (0,50 €) und schon geht es weiter. Der Weg führt über Hängebrücken vorbei an Wasserbüffelherden, Pferden und gemütlichen Teestuben. Wieder kurz vor Mittag klart der Himmel auf. Es eröffnet sich uns ein fantastischer Ausblick und wir genießen die Sonnenstrahlen. Anschließend geht es weiter bergab bis nach Landruk.

Die Unterkunft ist klasse. Ich habe das beste Zimmer bekommen, mit eigenem Bad und Dusche mit Warmwasser. Am Abend gibt es Rum und Bier und wir sind froh, dem Regen entkommen zu sein und zum ersten mal die Berge gesehen zu haben. Ganesh und ein paar andere Nepalesen in der Teestube stimmen zur Feier des Tages ein nepalesisches Wanderlied an: Resham Firiri! Resham Firiri!

Natur pur – mit Cappuccino und Banana Pancake!

Nach dem Frühstück verlassen wir Landruk und steigen ca. 1,5 Stunden nur Stufen bergab bis zu einer Hängebrücke. Ab jetzt heißt es 2 Stunden bergauf – wieder nur Stufen bis nach Ghandruk. Die Sicht ist leider wieder eingeschränkt, aber es ist warm und wir sind dankbar, dass die Sonne nicht so knallt. Mittag gibt es diesmal direkt in Ghandruk in der Unterkunft. Das Zimmer ist wieder gut und bietet eine tolle Aussicht, wenn nur der Nebel nicht wäre. Nach einem kleinen Spaziergang mit Ganesh durchs Dorf mit Besuch im Heimatmuseum gibt es hier oben etwas, was ich nicht erwartet hatte: Banana Pancakes und Capuccino. Es könnte so schön sein, wären nur Nieselregen und Nebel nicht.

Hagelkörner im Tischtennisformat

Heute wache ich schon sehr früh auf und staune nicht schlecht, als ich aus dem Fenster schaue. Ich sehe endlich richtig die Berge. Da steigt doch gleich die Laune. Nach einem guten Frühstück machen uns auf den Weg. Dieser ist deutlich schöner als in den letzten Tagen. Wir wandern durch blühende Rhododendronwälder, in denen wir auch Affen erblicken. Gegen Mittag erreichen wir Tadapani auf 2.650 m. Das Wetter meint es gut mit uns. Wir können draußen in der Sonne Mittag essen.

Unsere heutige Unterkunft ist leider nicht so gut und komplett ausgebucht. Aber der Gemeinschaftsraum ist gemütlich und das Essen ist gut. Es gibt wieder Khukri und Geschichten von Ganesh, als es plötzlich dunkel wird. Es fängt an zu gewittern, zu stürmen und zu hageln. Tischtennisballgroße Hagelkörner schlagen auf den Dächern auf. Selbst die Einheimischen sind erstaunt und besorgt um ihre Ernte. Das Unwetter verzieht sich jedoch genauso schnell, wie es kam. Der Himmel klart auf. Es ist wie auf einer Postkarte: ein fantastisches Bergpanorama direkt vor der Haustür. Annapurna Süd, Him Chuli, Mardi Himal und der Machapuchre geben ein grandioses Bild ab.

 

Das Tor von Ghorepani
Das Tor von Ghorepani

Gipfelstürmer und begossene Pudel.

Noch vor dem Sonnenaufgang bin ich wach. Ich habe die Hoffnung, erneut diesen fabelhaften Blick auf die Berge zu haben. Und ich habe Glück. Die Sicht ist klar und das Erwachen der Sonne ein richtiges Spektakel. Frühstück gibt es heute schon früh, da uns fast 7 Stunden Weg bevorstehen. Zunächst lange Zeit bergauf, durch Wälder und entlang eines Flusses, in dem ich mich kurz erfrische. Weiter, immer weiter- bis zum Mittagessen geht es bergab und bergauf. Nach dem Kartoffelroasty (ich weiß schon gar nicht mehr, wie oft ich den nun schon gegessen habe) geht es hoch bis auf 3.100 m zum Deurali Pass. Hier sind die Folgen des Sturms vom Vortag deutlich zu sehen. Überall entwurzelte Bäume und abgebrochene Äste.

Wir haben es noch nicht geschafft für heute. Nach dem Pass geht es wieder zwei Stunden bergab bis nach Ghorepani, hinab auf 2.850 m. Wir übernachten in einem Cottage mit Warmwasser (was für ein Luxus). Zum Abendessen schaffen wir es gerade noch, den kommenden Tag mit Ganesh zu besprechen. Der Aufstieg zum Poon Hill (3.210 m) steht an. Wir müssen Kräfte auftanken und zeitig schlafen.

 

Seid gegrüßt vom Poon Hill
Seid gegrüßt vom Poon Hill

 

Und wieder geht es noch vor dem Sonnenaufgang aus den Federn, um 4:15 Uhr! Knapp eine halbe Stunde später geht es bereits los Richtung Poon Hill. Mit Kopf- und Taschenlampen bewaffnet begleitet uns ein Sternenhimmel, der seines Gleichen sucht. Wunderschön. Es geht knapp 45 Minuten bergauf, bevor die ersten Sonnenstrahlen hinter den weißen Bergspitzen zu sehen sind. Wir werden begleitet von einigen hundert anderen Wanderern. Aber ich bin so beeindruckt, dass mich das nicht stört. Vor uns der Annapurna Süd, I bis III, der Dhaulagiri (8.167 m) und einige andere Riesen. Es wird langsam wärmer, aber auch immer voller. Da ich genügend Bilder in meine Festplatte im Kopf gebrannt habe, geht es zum Frühstück wieder bergab nach Hille.

 

 

Nur noch bergab

Der heutige Weg ist lang. Ungefähr 6 oder 7 Stunden fast nur bergab. Die Knie freuen sich. Nach dem Mittag hat die Sonnen mal wieder ihr Tagespensum aufgebraucht. Dann bricht ganz plötzlich der Himmel über uns zusammen. Jeder Schritt wird zur Mutprobe. Der Abstieg ist steil und die Steine sind verdammt rutschig. Irgendwann fängt es sogar an zu hageln und wir müssen uns einen Unterschlupf suchen. Puh! Gerade noch geschafft. Nach einer halben Stunde unfreiwilliger Pause stapfen wir im Nieselregen weiter. Komplett durchnässt erreichen wir unsere nächste Unterkunft . Wieder eine tolle Bleibe mit eigenem Bad und warmen Wasser. Was für eine Wohltat nach so einem Tag.

 

Abends hat jeder Geschichten zu erzählen
Abends hat jeder Geschichten zu erzählen

 

Zum Abendessen können wir sogar wieder draußen sitzen. Mitten auf der Straße, inmitten dieser saftig grünen und beeindruckenden Natur. Es ist der letzte Abend des Trekkings. Ein letztes Mal gibt es Khukri am Berg. Morgen geht es wieder zurück nach Pokhara und weiter nach Kathmandu … und dann?

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Andreas Mosig

Andreas, der Gipfelstürmer, ist IT-Experte bei YOLO und kümmert sich um all das, wovon die meisten anderen nur "Bahnhof" verstehen.

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