Schon mal auf dem Mond gewesen? Ich auch nicht, aber im Valle de la Luna denkt man sofort, man wäre auf dem Mond gelandet. Ich kannte es nur aus Erzählungen und war sofort Feuer und Flamme. Um dieses Naturschauspiel zu betrachten musste ich nach San Pedro, einer Stadt inmitten der Atacama Wüste. Mir kam die Stadt wie eine Oase vor, denn man fährt ca. eine Stunde vom Flughafen Calama auf genau einer geteerten Straße, umringt von Sand und kleinen Bergerhöhungen. Und wie aus dem Nichts sieht man grüne Palmen und eine kleine Stadt vor sich auftauchen, das ist San Pedro.

Von hier aus fahren viele in Richtung Bolivien zur Salar de Uyuni, der größten Salzwüste der Welt.  Oder eben auch zum Valle de la Luna, wie ich es mache. Kurzum, die Stadt ist ein beliebtes Reiseziel für Jedermann. Was ich leider etwas verdrängt habe, war die Tatsache, dass San Pedro in einer Wüste liegt und es Nachts durchaus kalt werden kann. Man kann sagen, dass ich mich nachts wie ein Eis am Stiel gefühlt habe.

In 30 Minuten zum Mond

Ich habe die Tour im Voraus gebucht: Mit dem Reiseminibus und Menschen aus der ganzen Welt. Wir alle waren gespannt was nun auf uns zukommen würde. Die Fahrt zum Eingang des Mondtals dauerte nur 30 Minuten. Ganz schön schnell, wenn man bedenkt, wie weit weg der Mond doch ist.

Der erste Stopp war zwar nur groben Orientierung gedacht, doch die Aussicht verschlug mir sofort den Atem. Es war einfach nur faszinierend. Ich schaute über eine menschenleere Landschaft, die der Oberfläche des Mondes gleicht. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl von Freiheit, unendlichen Weiten und namenloser Begeisterung.

Gerade, als ich dachte, es gebe keinen schöneren Platz auf Erden, brennt sich mir die Sonne in den Nacken. Immerhin sind wir hier am heißesten Ort der Welt. Unterstellmöglichkeiten sind hier eher Mangelware also muss die gute alte Cappy alles richten. Ich bin froh, erst am Nachmittag hier zu sein, denn so kann ich den Sonnenuntergang genießen und die Sonne ist nicht zu stark. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie es hier mittags ist.

 

Licht am Ende des Tunnels

Unsere Fahrt geht weiter und führt uns zu einer Art Grotte bzw. Höhle. Wir steigen alle aus und gehen durch schmale, dunkle und manchmal sehr enge Wege die durch ein unterirdisches Höhlensystem führen. Gefühlt ist dies der einzige Ort im Valle de la Luna, an dem keine Sonne scheint, dadurch haben wir eine willkommene Abkühlung. Die Höhle endet inmitten der Wüstenlandschaft auf einer Felsformation. Völlig aus der Puste, da es ein ordentlicher Anstieg war, bin ich nun endlich komplett auf dem Mond gelandet, denn es sieht wirklich nicht mehr aus, als wären wir in einer Wüste.

Wir starren alle in eine Schlucht und man erkennt, dass das Valle de la Luna zu Urzeiten ein See war, dessen Boden durch seismische Erschütterungen in die Höhe gedrückt und aufgefaltet wurde. Durch Wind und Wetter entstanden in vielen Millionen Jahren unglaubliche Schluchten, Felsformationen und Figuren aus Lehm, Sand und Salz.

 

Katrin im Sandsturm

 

Dies erklärt auch die Salzformation Las Tres Marias, die als nächstes Highlight auf unserem Plan stehen. Sie sollen drei wunderschöne chilenische Damen darstellen. Zugegeben, erkannt hat sie niemand aber es sieht einfach beeindruckend aus was hier zu sehen ist. Da wir am liebsten das Erlebnis von Wüste hautnah erleben wollen, sind wir die nächsten 2 km zu Fuß gegangen. Klar, das hört sich nicht weiter spannend an, aber wir dürfen nicht vergessen, wo wir sind. Es war einfach noch extrem heiß und sehr anstrengend.

Sandgestrahlt in Shorts und T-Shirt

Ab und an wehte der Wind etwas und man hatte stets eine kleine Brise frische Luft. Aber der Wind machte uns einen Strich durch die Rechnung, denn die anfangs leichte Brise entwickelte sich zunehmend zu einem fiesen Sandsturm. Vereinzelt peitschte dem ein oder anderen bereits der Schal ins Gesicht. Und ich stellte auch sehr schnell schmerzhaft fest, dass wir nicht in einer reinen Sandwüste sind, sondern sich viele kleine Steine dem Sturm untermischten. Da unser Bus bereits vorgefahren war, und wir keinerlei Möglichkeiten hatten uns irgendwo unterzustellen, blieb uns nichts anderes übrig, als diesem Sturm zu trotzen und da durch zu marschieren.

So wurde aus dem kleinen 2 km Spaziergang ein feinstes Sand-Stein-Peeling. Denn zu meinem Übel hatte ich eine kurze Hose und ein T-Shirt an. Also versuchte ich alle möglichen Gangarten, um möglichst wenig Steine ab zu bekommen. Rückwärts, vorwärts, seitwärts – es half alles nichts. Außer, dass ich nach meinen komischen Gehübungen wie ein paniertes Schnitzel ausgesehen habe, von unten bis oben voll mit Sand. Nach den anstrengendsten 2 km meines Lebens erreichten wir endlich unseren Bus und flüchteten uns in Sicherheit. Unser Fahrer teilte uns mit, dass ein Sandsturm völlig normal hier ist aber das dieser Sturm heute sehr stark gewesen ist und er seinen Hut vor uns zieht.

Showdown auf dem Vulkan

Wir setzen unsere Fahrt zum absoluten Showdown der Tour fort – dem Sonnenuntergang auf einer Düne mit Blick auf den Licancabur. Der Licancabur ist ein 5.920 m hoher inaktiver Vulkan, der auf der Grenze zwischen Bolivien und Chile liegt. Wir starten unsere Fahrt, als der Sandsturm noch im vollen Gange ist und wir sehen noch so einige mutige und tapfere Spaziergänger durch den Sturm laufen. Aber auch bei Ihnen kann ich sofort das schmerzverzerrte Gesicht erkennen.

 

Merkwürdiges Panorama

 

Nach 10 minütiger Fahrt durch das Mondtal legt sich der Sturm und die letzten Sonnenstrahlen leuchten durch den Staub. So schnell, wie der Sturm gekommen ist, so schnell ist er auch wieder fort. Wir steigen auf die Düne auf und suchen uns ein Plätzchen zum Verweilen. Es wirkt total magisch, denn alle sind komplett ruhig und gespannt auf den Sonnenuntergang, niemand traut sich etwas zu sagen. Und gerade als die Sonne ihre letzten Strahlen im Westen zeigt, sehen wir einen großen Vollmond neben dem Licancabur im Osten aufgehen. Es ist einfach ein magisches Erlebnis, alle sind mucksmäuschenstill, niemand wagt etwas zu sagen, weil jeder für sich fasziniert ist von diesem Naturschauspiel. Ich habe in meinem Leben schon viele Sonnenuntergänge erlebt aber dieser war dennoch einmalig.

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Katrin

Getreu dem Motto »The sky is the limit« reise ich durch die Welt und lasse mich immer wieder aufs Neue überraschen und begeistern.

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