Ein Marokko-Reisebericht

Nur rund vier Stunden Flugzeit trennen das faszinierende Königreich von Deutschland und doch fühlt es sich ein bisschen wie eine andere Welt an. In meinem Marokko-Reisebericht will ich euch zu einer Jahrhunderte alten Kultur in einem Land mit malerischen Landschaften mitnehmen. Es ist geprägt von verschiedenen Königshäusern und Besatzungsmächten, ist widersprüchlich und doch spürbar eins: eine spannende Mischung!

Unsere Marokko-Reise führt von Casablanca über den Atlas bis nach Marrakesch, wir verbringen die Nacht mal im Hotel, mal in einem Riad und in weiteren spannenden Unterkünften und reisen mit der Bahn oder dem Bus.

Meine Marokko-Reise beginnt

Die erste Station meiner Reise ist Casablanca, die größte Stadt des Landes. In der Metropole an der Atlantikküste gibt es viel zu entdecken, sodass ich jedem dazu raten kann, einen Tag früher anzureisen. Besonders die Hassen-II.-Moschee ist ein beeindruckendes Erlebnis! Sie ist eine der größten Moscheen der Welt und bietet 25.000 Gläubigen Platz in der Gebetshalle. Am Vormittag kann man auch als nicht-muslimischer Besucher an einer Führung durch den prestigeträchtigen Bau teilnehmen. Für echte Film-Fans ist sicher auch ein Abstecher zu “Rick’s Café”, einem Nachbau des gleichnamigen Schauplatzes aus dem Klassiker “Casablanca“, ein absolutes Muss.

Licht und Schatten mit schmuckvollen Fenstern
Casablanca

Am nächsten Morgen brechen wir auf nach Rabat, der Hauptstadt von Marokko. Während der Fahrt mit dem Zug sammle ich weitere Eindrücke von Land und Leuten. Die eher unbekannte Metropole ist die Jüngste der vier Königsstädte und der heutige Regierungssitz des Königs und des Parlaments. Unsere Zeit reicht für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Das Mausoleum von Mohammed V. und der Hassan-Turm lassen die Dimensionen der ursprünglich geplanten, aber nie erbauten Moschee erahnen und rufen in mir sofort die Erinnerung an das Gotteshaus in Casablanca wach. Die Kasbah des Oudaïas, eine Festungsanlage aus dem 12. Jahrhundert, bietet einen ausgezeichneten Einblick in die einzigartige Architektur von Rabat und mit dem Andalusischen Garten außerdem auch einen gute Gelegenheit zum Ausruhen und Verweilen. Hier konnte ich die vielen Eindrücke auf mich wirken lassen und schon mal die ersten Notizen für meinen Marokko-Reisebericht aufschreiben.

Schon wenige Stunden später kommen wir in Meknès, der zweiten Königsstadt auf unserer Reise, an. Die Medina, also die Altstadt, ist seit 1996 Weltkulturerbe ebenso wie die Ville impérial, die unvollendete Residenzstadt des Sultans Mulai Ismail. Er wurde für seine Grausamkeit gefürchtet, ist gleichzeitig aber auch verehrt, da er die Stämme des Landes einen konnte und durch die Befriedung auch für einen wirtschaftlichen Aufschwung sorgte. Darum gehört ein Besuch seines Mausoleums für mich auch ganz fest zu diesem Stadtbesuch. Überrascht bin ich von den sehr europäisch aussehenden Standuhren neben dem Sarkophag. Sie waren ein Geschenk des französischen “Sonnenkönig” Ludwig XIV., wie ich herausfinde. In der Medina von Meknès wage ich mich an eine kulinarische Neuheit heran und probiere einen Kamel Burger. Das kann ich jedem (Nicht-Vegetarier) nur empfehlen!

Bahnstrecke

Beeindruckende Baukunst und traditionelles Handwerk

Nach einer zweistündigen Fahrt sind wir in Fès, dem geistigen und kulturellen Herzen Marokkos. Die Großstadt ohne Hochhäuser verzaubert mich sofort mit ihrer wunderschönen Architektur. Die lässt sich mit der Kamera kaum einfangen, aber ich versuche es trotzdem. Hier lohnt es sich aber wirklich, einfach den Moment zu genießen. Fès ist die älteste der vier Königsstädte und hat eine besonders schöne Medina, die seit 1981 Weltkulturerbe der UNESCO ist. Ihr Bild ist geprägt von engen Gassen, vielen Menschen und den “Medina-Taxis”, wie die Esel, die im Gegensatz zu Autos hier passieren können, liebevoll genannt werden. Außerdem beherbergt sie den Souk von Fès, einen traditionellen Markt, der bekannt ist für seine Silberverarbeitung, Ledertaschen und wertvollen Stoffe. Faszinierend finde ich außerdem die Mosaik-Arbeiten, die man in den Keramikwerkstätten hier bewundern kann.

Berge und Sand soweit das Auge reicht

Nach vier Tagen in verschiedenen Städten verlassen wir die Küste und wagen uns ins Inland im Mittleren Atlas. Unser Busfahrer ist gleichzeitig auch der DJ und lässt uns bei guter Musik die Landschaft genießen. Wie aus dem nichts tauchen grüne Schluchten auf, die in voller Pracht blühen. Es ist faszinierend, was das Klima hier im Gebirge für die Vegetation ausmacht und es erstaunt mich, dass ich diese ganze Vielfalt in nur einem Urlaub sehen kann. In Midelt, einer der wenigen Städte in den Bergen, erreichen wir unseren nächsten Zwischenstopp und können in unserer Unterkunft am Pool zwischen riesigen Schluchten entspannen.

Am nächsten Tag führt uns die Rundreise in eine völlig andere Landschaft. Wir machen uns auf in die Wüste zu einem Camp mitten in der Sahara: Eine unserer besonderen Unterkünfte. Hier kann man sich – symbolisch gesprochen – in den unendlichen Weiten verlieren. Ich habe mich sofort in diese Wüste verliebt! Mit Gina, meinem Kamel, erkunde ich die Dünenlandschaft des Erg Chebbi. Nur die letzten Höhenmeter lege ich zu Fuß zurück. Nach einer Nacht unter einem beeindruckenden Sternenhimmel, stehe ich gerne früh auf, um einen spektakulären Sonnenaufgang über der Sahara zu bewundern. Gestärkt mit traditionellem Essen machen wir uns auf nach Todra Gorge. Zwischen den imposanten Felswänden der Schlucht wirken Menschen winzig.

Hollywood zum Greifen nahe

Unsere südlichste Station ist die Stadt Aït-Ben-Haddou am Fuße des Hohen Atlas. Auch hier ist der Ortskern seit 1987 Teil des Weltkulturerbes. Außerdem bildet die großartige Architektur aus Stampflehm und Lehmziegeln eine ideale Kulisse für viele Filme und Serien, unter anderem „Die Mumie“, „Prince of Persia: Der Sand der Zeit“ und „Game of Thrones“. Diesen schönen Anblick muss man einfach genießen! Die Stadt scheint irgendwie mit der Umgebung zu verschmelzen – und ist gleichzeitig so präsent. Mein Highlight ist allerdings etwas ganz anderes. Beim morgendlichen Beobachten des Sonnenaufgangs treffe ich den süßesten Hundewelpen der Welt! Am liebsten hätte ich ihn mitgenommen.

Ein besonderes Fest in malerischer Kulisse

Ein letztes Mal steuern wir das Gebirge in Marokko an. In dem kleinen Dorf Aroumd ist das Leben noch sehr traditionell. Wir kommen gerade rechtzeitig, um Halloween auf Berber-Art zu feiern. Das war… ungewöhnlich und lässt sich absolut nicht in einem Reisebericht für Marokko beschreiben. Man muss es erlebt haben! Außerdem ist der beschauliche Ort ein guter Startpunkt für eine kleine Tour in die Berge – wenn man früh genug aufsteht, um der Hitze der Sonne zu entgehen.

Ulrike staunt

Städte, die die Sinne verwöhnen

Zurück am Meer, genieße ich die leichte Meeresbriese. In Essaouira fühle ich mich direkt wohl. Da sich unsere Reise dem Ende nähert, nutze ich die Gelegenheit und kaufe die letzten Souvenirs. Nach den aufregenden Tage in der Wüste und den Bergen, lasse ich mich heute im Hamam mit einer Massage so richtig verwöhnen. Außerdem versuche ich mich hier mal am Verhandeln, weil ich einen Teppich entdeckt habe, der mir gefällt. Es ist eine hart umkämpfte Verhandlung – und am Ende nehme ich doch ein anderes Modell. Den kann ich dafür direkt im Handgepäck mit nach Hause nehmen.

farbenprächtige Boote

Die letzte der vier Königsstädte, Marrakesch, ist der Abschluss unserer Reise. Hier gibt es wahnsinnig viel zu sehen: Moscheen, Paläste, Gärten (zum Beispiel der des Designers Yves Saint Laurent) und ein reges Nachtleben. Leider ist es hier in Marrakesch für mich aber viel zu heiß, sodass ich meine Reise ruhig ausklingen lasse.

Ein Land voll bunter Vielfalt

Marokko fasziniert mit Gegensätzen. Insbesondere in den großen Städten hat das moderne Leben Einzug gehalten. Gleichzeitig ist die Geschichte des Landes allgegenwärtig. Bewegt man sich von der Küstenlandschaft an Atlantik und Mittelmeer weg, entdeckt man nicht nur ein völlig anderes Klima, sondern kann auch die traditionelle Lebensweise der Marokkaner besser kennenlernen. Hier gibt es so viel zu entdecken, die Marokko-Rundreisen von YOLO bietet dafür beste Voraussetzungen. Dieses beeindruckende Königreich sollte jeder in seinem Leben gesehen haben, denn es trifft einen “immer mitten ins Herz”.

Kommentare