Reisebericht Botswana: Absolut tierisch gut

Mein Reisebericht zu Botswana hat es in sich: Als auf der ersten Safari meines Lebens gleich eine Elefantenkuh mitsamt ihrer Gefolgschaft auf unseren Truck losgeht, unser Guide Vollgas gibt und ich nur noch Staub sehe, frage ich mich unwillkürlich, ob es tatsächlich so eine gute Idee war einfach mal zwei Wochen lang eine Campingreise durch Botswana zu machen…

Um entspannt anzukommen, habe ich mich dazu entschlossen schon einen Tag früher anzureisen. Nach einem gemütlichen Nachmittag im winzigen Kasane treffe ich am nächsten Tag meine Gruppe. Wir sind ein buntgemischter, gutgelaunter Haufen. Unser Guide Evans und unser Koch Lawrence heißen uns willkommen und wir machen unsere erste Begegnung mit Wildlife auf dem Chobe Fluss. Im fulminanten Sonnenuntergang schippern wir vorbei an grunzenden Hippos, grasenden Elefanten und schnappenden Krokodilen. Am Abend folgt das erste köstliche Lagerfeuer-Abendessen und wir beziehen unsere Zelte. Gar nicht so unbequem wie ich dachte, denke ich noch und schlafe ein.

Botswana ist Nervenkitzel

Am nächsten Tag werden wir schon von einem Elefanten geweckt, der neben uns an einem Baum knabbert. Voller Elan bauen wir das Camp ab und fahren über die Grenze nach Namibia. Unser erstes Camp liegt idyllisch und weitab von anderen Campern an einem Fluss. Evans zeigt uns, wo wir unsere Zelte aufstellen können und dann geht’s ab auf meine allererste Safari. Im Sonnenuntergang kämpft sich unser Truck durch den tiefen Sand, entlang eines Flussbettes an dem sich Krokodile sonnen, durch große Antilopengruppen hindurch und an Elefantenherden vorbei.

Kurz bevor wir zum Camp zurückkehren geschieht dann das Unglaubliche: Eine Elefantenkuh mit frischgeborenem Baby registriert uns als Feind und jagt uns etwa einen Kilometer durch den Park. Da Elefanten Schockabsorber-Füße haben, hören wir nichts, sehen nur das riesige Tier, das staubaufwirbelnd auf uns zu stürmt. Unser Guide bleibt cool und wir erreichen unser Camp heil. Das war mir trotzdem eine Spur zu aufregend. Nachdem ich mühsam meine verkrampften Finger vom Vordersitz gelöst habe, lasse ich mich im Camp direkt am Fluss in einen Stuhl fallen und gucke den Antilopen am Ufer gegenüber zu.

Elefantenkuh mit Baby.

Zum Glück steht Lawrence schon bereit und serviert uns köstliche, seelenwärmende Lagerfeuer-Mac’n’Cheese. Es folgt der erste unserer insgesamt 14 „Safety Talks“ und wir verziehen uns schnell in unsere Zelte. In der Nacht kann ich kaum schlafen, denn es ist einfach viel zu viel los. Nebenan spritzt eine Elefantenherde im Wasser herum, ihr beruhigendes „Rrrr“ schallt durch die Nacht. Direkt neben dem Zelt höre ich Hufgetrampel – Gnus? Und auch die Hippos grunzen wieder. Spannend.

Reisebericht Botswana: Fantastische Geschichten inklusive

Am nächsten Tag machen wir einen Abstecher in die Tsodilo Hills, die urplötzlich in der kargen Einöde auftauchen. Ein San, also ein Angehöriger dieser ethnischen Gruppe im südlichen Afrika, nimmt uns mit in sein ehemaliges Wohnzimmer und erklärt uns die über 1000 Jahre alten Felsmalereien. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus, als er uns Bilder von Pinguinen und Walen zeigt, die die San damals von ihren mehrjährigen Reisen zur unzählige Kilometer entfernten Küste mitgebracht haben. Später auf dem Campingplatz sind wir neben ein paar frechen Eseln die einzigen weit und breit.

Von Land zu Wasser

Von der trockenen Hitze führt uns mein Reisebericht über Botswana als nächstes ins leuchtend grüne Okavango-Delta. Hier schlagen wir unser erstes „Buschcamp“ auf – ein Camp jenseits jeder Zivilisation. Wir verladen fast den gesamten Inhalt unseres Anhängers in Motorboote und düsen durch die gewundenen Wasserwege des Deltas. Nach der kargen Weite heute Morgen, haut das üppige Grün mich ganz schön aus den Socken. Nach einer Dreiviertelstunde steigen wir auf sogenannte Mokoros um, traditionelle Einbaumboote. Plötzlich herrscht absolute Stille, nur unterbrochen durch Vogelgezwitscher und das leise Plätschern des Wassers. Sicher stakt uns unser Poler durch die engen Kanäle, die von haushohem Papyrus gesäumt sind.

Wir lernen, dass wir auf den Wegen der Flusspferde unterwegs sind, die den direkten Weg durch das Delta suchen und dabei kreuz und quer laufen. Nach einer weiteren Stunde erreichen wir die Insel, auf der wir die nächsten zwei Nächte verbringen werden. Ruckzuck ist alles aufgebaut und Lawrence zaubert einen englischen Brunch für alle. Am späten Nachmittag nehmen unsere Poler uns mit ins Delta und wir erkunden die vielen verschlungenen Flussarme. An dem gigantischen Sonnenuntergang kann ich mich kaum satt sehen. Nachts ist wieder richtig viel los: Die Hippos sind unüberhörbar auf der Wiese nebenan unterwegs, es knistert im Baum über unserem Zelt – ein hungriger Elefant vielleicht? Ich bekomme wieder kaum ein Auge zu vor lauter Neugier.

Am nächsten Tag gibt es eine Poler-Stunde für alle – zur Abwechslung staken mal wir unsere Poler durch die ruhigen Gewässer. Ganz schön anstrengend! Zur Abkühlung springen wir alle ins erfrischende klare Wasser des Deltas – an der Stelle, an der gestern Nacht noch die Hippos gebadet haben.

Wie der Elefant zur Mücke wird

Schweren Herzens verabschieden wir uns vom Delta und entscheiden uns alle dazu, zurück nach Maun zu fliegen. Der Blick über das Delta ist schlichtweg atemberaubend. Unser Pilot sagt uns zur Begrüßung: „Wenn wir keine Elefanten sehen, gibt’s das Geld zurück“. Er hält sein Versprechen, denn wir sehen eine Menge der sanften Riesen und können kaum glauben wie winzig sie von oben aussehen und über welch gigantische Fläche sich das Okavango-Delta erstreckt. Als wir nach einer Dreiviertelstunde im wuseligen Maun landen, erleiden wir alle einen kleinen Zivilisationsschock und freuen uns, dass wir am nächsten Morgen wieder in die Wildnis düsen.

Auf Safari in den Nationalparks

Früh am nächsten Tag geht es los. Ab jetzt stehen sechs Nächte Wildnis auf dem Plan und wir freuen uns tierisch. Bei unserer Ankunft im Moremi Wildreservat erspäht Evans unser erstes Löwenrudel. Wir fahren ganz nah ran und spüren die hungrigen Blicke der Raubkatzen, die ihre potenzielle Beute abchecken. Nervenkitzel pur. Besonders, als ein Männchen uns anvisiert, sich über das Maul leckt und anschließend breit gähnt.

Die nächsten Tage meines Reiseberichts zu Botswana laufen von nun an im immer gleichen Rhythmus ab. Kurzes Frühstück, Safari, Mittagessen, Entspannen, Safari, Abendessen, Lagerfeuer. Ich bin so entspannt wie lange nicht mehr. Keine Sekunde ist langweilig. Jeder der Nationalparks hat seinen ganz eigenen Charme: Moremi riecht nach wildem Salbei und feuchtem Gras. In Savuti lauert hinter jedem Hügel ein Löwenrudel. In Chobe spielt sich alles am riesigen Fluss ab.

Ende Oktober reisen wir in der Nebensaison und alle Nationalparks sind wie leer gefegt. Oft sind wir die einzigen Menschen weit und breit. Da die Regenzeit kurz bevorsteht, wimmelt es in den Parks vor Nachwuchs. Jedes Tier sehen wir auch im Kleinformat. Ein tollpatschiges Elefantenbaby kullert einfach in ein Erdloch hinein und kommt nur mit der Hilfe seiner Mutter wieder heraus.

Dadurch, dass wir einfach mitten im Park zelten, haben wir keinen Zeitdruck und Evans weiß wohin er fahren muss, um die Tiere zu finden. Einmal fährt er um einen Felsvorsprung herum und plötzlich stehen wir mitten in einem Rudel von über 40 Wildhunden. Er stellt einfach den Motor ab und wir stauen. Als die Hunde sich auf die Jagd machen, fährt er hinterher und wir werden Zeuge, wie eine Elefantenherde direkt neben unserem Fahrzeug auf die Wildhunde losgeht, die es auf die Elefantenbabys abgesehen haben. Dabei habe ich wie so oft während der Reise ganz schön Gänsehaut.

Auf Wiedersehen, Botswana

Die Tage vergehen viel zu schnell und als wir am vorletzten Tag wieder Asphalt unter den Rädern haben, muss ich eine Träne verdrücken. Ich weiß jetzt schon, dass ich wiederkommen werde. Und Afrika mache ich ab jetzt sowieso nur noch im Zelt. Mitten in der Wildnis. Du bist durch meinen Reisebericht zu Botswana neugierig auf Botswana-Reisen geworden? Dann los!

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