Vietnam – Adrenalintrip durch Märchenland

Die Reise nach Vietnam startete mit einem elfstündigen Direktflug mit Vietnam Airlines von Frankfurt nach Hanoi. Die Metropole mit sieben Millionen Einwohnern erschien mir auf Anhieb gemütlich und recht überschaubar. Die Hauptstraße wird am Wochenende zur Fußgängerzone umgewandelt, wodurch auch orientierungsschwache Touris – so wie ich – die Stadt ganz entspannt auf sich wirken lassen können. Zum Abend haben wir uns in das Getümmel der Altstadt gestürzt. Viele gemütliche Gassen mit zahlreiche Restaurants und Bars, voller Einheimischer, die sich dort ein Feierabendbier gönnten.

Kontrast: Stadtgewimmel vs. Bergwelt

Unsere vierstündige Busfahrt am nächsten Morgen führte uns von Hanois Stadtgewimmel in Richtung der Bergwelt von Mai Chau. Um uns herum fuhren immer weniger Mofas und Autos, die Aussicht wurden immer grüner. Im Dorf Mai Hich wurden wir schon von unserer ersten Gastfamilie erwartet. Nach dem Ankommen im traditionellen Stelzenhaus schwangen wir uns auf Fahrräder. Wir fuhren entlang der zahlreichen Reisfelder und konnten bei Sonnenuntergang das Gebirge, die traumhafte Natur und die Ruhe genießen. Was für ein wunderbarer Kontrast zur Stadt!

Unsere herzliche Gastfamilie hat für uns abends ein leckeres Menü gekocht. Es wurden vietnamesische Tänze vorgeführt, wir durften den selbstgemachten vietnamesischen Reisschnaps verkosten und haben so den Abend gemütlich ausklingen lassen.

Regenzeit in Vietnam

Weiter ging unsere Reise mit dem Bus zum Pu-Luong Naturreservat. Die Sonneneinstrahlung war so stark, dass wir unsere vorgesehene zweieinhalbstündige Wanderung auf eine Stunde verkürzen mussten. Wir waren im Mai, also der Regenzeit unterwegs. Das heißt nicht, dass es ununterbrochen regnet. Es ist nur drückend heiß und oft sehr schwül, verursacht durch heftige Gewitter. Wenn doch mal ein kurzer aber heftiger Regenschauer kommt, ist das eher erholsam, da sich die Luft kurzzeitig um ein paar Grad abkühlt.
Das letzte Stück herunter zum Dorf Kho Muong, zu unserer Gastfamilie, sind wir gewandert. Die Aussicht bei der Wanderung war so atemberaubend, dass man das Schwitzen gar nicht mehr bemerkt hat. Ein unglaublich schönes Gebirge mit eingebetteten Reisfeldern, eine Umgebung so grün, wie ich es noch nie zuvor gesehen habe.

Trockene vs. Echte Halong Bucht

Unser nächster Anlaufpunkt war die trockene Halong-Bucht (die Einheimischen bestehen auf den richtigen Namen der Provinz: Ninh Binh), unter der man sich zunächst gar nichts vorstellen konnte. Es ging per Fahrrad mitten durch die schroffen Kalkstein-Felsformationen, die wir so am besten bewundern konnten. Ganz „trocken“ war die Bucht nicht, denn wir durften auf einem Fluss eine Fahrt mit dem Sampan machen. Diese Sampans sind kleine Holzboote für immer zwei Fahrgäste, die mit den Füßen gerudert werden – etwas ganz Besonderes.

Natürlich durfte die richtige Halong Bucht auf unserer Vietnam-Reise nicht fehlen. Nach einer vierstündigen Busfahrt, stiegen wir um auf unsere Dschunke. Nachdem wir den Hafen und die Massen hinter uns gelassen haben, ging es auf Kajak-Tour. Wir paddelten zur einsamen Strandbucht und genossen bei bestem Wetter den Sonnenuntergang. Wir waren ganz alleine in der Bucht, wodurch man die grandiose Aussicht und das Vogelgezwitscher noch besser genießen konnte. Einfach mega!

Mit dem Nachtzug nach Hoi An

Per 16-stündiger Nachtzugfahrt ging es von Hanoi nach Hoi An in die Schneiderstadt. Viele Touristen und Einheimische lassen sich hier (oft über Nacht und für wenig Geld) in den zahlreichen Schneiderein Kleider oder Anzüge auf den Leib schneidern.

Die Stadt ist relativ touristisch, aber total süß! Die Häuser sind bunt angestrichen und es hängen überall die wohlbekannten, bunten Lampions. Wir haben die Gelegenheit genutzt, shoppen zu gehen oder uns bei einem Kaffee zu entspannen.

Ganz in der Nähe von Hoi An liegt der Flughafen von Da Nang, von dort flogen wir nach Ho-Chi-Minh-Stadt. Dort erwartete uns am Abend ein absolutes Highlight – eine Vespa-Tour. Richtig cool, 16 Vespas nur für uns! Zum Glück aber auch inklusive Fahrer. Unterwegs machten wir Halt in unterschiedlichen Restaurants und trendigen Bars mit Live Musik. Ein absolutes Highlight in der quirligen Stadt.

Im Boot zum schwimmenden Markt

Die letzte Nacht haben wir in einem Guesthouse im Mekong-Delta verbracht. Wir sind mit dem Boot zum schwimmenden Markt gefahren und lernten auf einer Fahrradtour herzliche Einheimische kennen die uns zeigten, wie die Vietnamesen Süßigkeiten und Reispapier herstellen. Auch sonst isst man in Vietnam fantastisch. Alles ist immer sehr frisch, es wird viel mit frischem Gemüse und Kräutern zubereitet, die es auf jedem noch so kleinsten Markt in großer Fülle zu kaufen gibt. Das Essen (so auch die Menschen, das Klima und die Landschaft) unterscheiden sich vom Norden des Landes zum Süden immens.

Nach zehn Tagen hieß es wieder „Back to reality“ und wir flogen mit der Gruppe zurück in die Heimat. Ich habe auf der Vietnam Rundreise unglaublich viele Facetten des Landes kennengelernt und super viel erlebt.

Meike Stapper

Meike arbeitet in einem Reisebüro und war auf der Reise dabei, um ihren Kunden noch besser vom YOLO-Feeling berichten zu können.

Beitrag teilen